Kandidaten stehen fest: Tim Weidner (Landtag) und Sissi Fuchsenberger (Bezirkstag)

Der Kreisvorsitzende Stephan Bock eröffnete die Stimmkreiskonferenz 2012 mit der Begrüßung der Anwesenden, darunter Dominic Scales, den 2. Kreisvorsitzenden des Landkreises Weilheim-Schongau, den Gilchinger Bürgermeister Manfred Walter sowie die beiden Betreuungsabgeordneten für den Landtag, Natascha Kohnen und Kathrin Sonnenholzner, der er gleich das Wort übergab.

Kathrin Sonnenholzner, die außer ihrem eigenen Fürstenfeldbrucker Landkreis auch noch für den Landkreis Landsberg zuständig ist, bedauerte sich nicht intensiver um die Starnberger kümmern zu können. Dazu ist ihr Versorgungsgebiet einfach zu groß. Daher werde es Zeit, dass der SPD-Kreisverband Starnberg bei der nächsten Wahl einen eigenen Kandidaten in den Landtag schicken kann. Mit einem eigenen Kandidaten erhielten unsere spezifischen Themen im Landtag ein ganz anderes Gewicht – wie z. B. die Erweiterung des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen. Die Änderung im LEP sei zwar erfreulich, aber nicht für ewig gültig.

Dieser Forderung konnte die Generalsekretärin der BayernSPD, Natascha Kohnen, nur zustimmen: Mit dem Kandidaten Tim Weidner würde der Landkreis Starnberg einen ruhigen, dennoch kämpferischen und kompetenten SPD-Abgeordneten in den Landtag schicken. Er kann die Starnberger Themen ganz anders im Landtag vertreten als sie und Kathrin. Die Themen Südring und Sonderflughafen Oberpfaffenhofen müssen sorgsam beobachtet werden. Die Unzuverlässigkeit Seehofers tritt ständig zutage – besonders deutlich vor Kurzem beim Bürgerentscheid zur 3. Startbahn. Ude, der sich in der Tradition der Münchner Oberbürgermeister seit 1973 für die 3. Startbahn ausgesprochen hat, hat unmittelbar nach dem Bürgerentscheid klipp und klar gesagt, dass mit dem Bürgerwillen das Thema entschieden ist und nicht mehr angetastet wird. Seehofer jedoch missachtet die Demokratie und sucht fieberhaft nach Wegen, diese auszuhebeln, um die 3. Startbahn doch noch zu verwirklichen. Darin unterscheidet sich die SPD von der CSU.

Auch beim Thema Energiewende geht mit der schwarz-gelben Regierung in Bayern nichts voran. Seehofer hat dieses Thema zwar zur Chefsache erklärt und will angeblich wieder zu den Bayernwerken zurückkehren, die er jedoch verkauft hat. Nicht nur bei der Umsetzung der Energiewende müssen die Kommunen unterstützt werden, auch beim Thema Bildung. Hier werden sie von der Regierung aber gerade im Regen stehen gelassen. Vielen Kommunen drohen Klassenzusammenlegungen, die nun nach dem Sitzungsende des Parlaments von den Betreuungsabgeordneten nicht mehr angesprochen werden können – im September mit Beginn des neuen Schuljahrs ist dann nichts mehr zu ändern. Zudem werden viele Junglehrer nicht übernommen und stehen auf der Straße. Ein Kommunalpolitiker wie Christian Ude geht an diese Themen mit einem ganz anderen Verständnis für die Städte und Gemeinden heran. Wie viel möglich ist, sieht man in Baden-Württemberg. Hier werden vermehrt Gemeinschaftsschulen eingerichtet, Gymnasiasten haben die Möglichkeit, zwischen G8 und G9 zu wählen (wovon übrigens 91% sich für das G9 entscheiden). Das von der CSU vorgeschlagene Intensivierungsjahr ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein Durchfalljahr. Seehofers Versprechen, er kriege das in 8 Tagen hin, ist einmal mehr eine Luftblase.

Dies alles zeigt deutlich: Die CSU sinkt, die SPD steigt. Die Chance für den Wechsel ist nach 55 Jahren da, aber dafür muss noch sehr viel gearbeitet werden. Leider ist das finanzielle Budget der SPD nicht mit dem der CSU zu vergleichen, die über das 13fache der SPD verfügt. Aber die SPD ist trotzdem zuversichtlich, den Wahlkampf zugunsten einer SPD-geführten Koalition entscheiden zu können. Der Wahlkampf wird kein Münchner Wahlkampf, sondern ein bayerischer, in dem auch die Themen Leiharbeit und Altersarmut dominieren werden. Mit einer Durchschnittsrente von 630 € wird das ein Thema, das uns alle in nächster Zeit stark beschäftigen wird.

Nach der Rede von Natascha Kohnen wurde Tim Weidner offiziell von Christian Winklmeier, dem Gilchinger Ortsvereinsvorsitzenden, vorgeschlagen. Er hebt drei Gründe hervor, die Tim auszeichnen:

1) Er hat eine klare Meinung und stets eine klare Position, die er auch vertritt.
2) Er erkennt andere Meinungen an und zeigt sich diskussionsbereit.
3) Er bleibt immer sachlich, wird nie persönlich oder beleidigend.

Auch der Gilchinger Bürgermeister Manfred Walter spricht eine Empfehlung für Tim Weidner aus. Tim sei ein grundgeerdeter Sozialdemokrat, der die Menschen kennt. Er kann auf seine tatkräftige Unterstützung zählen.

Mit einer äußerst gelungenen Rede stellte sich Tim Weidner als Landtagskandidat vor. Seine Rede ist im Wortlaut hier zu finden.

Nach der Vorstellung des Landtagskandidaten trat der Gautinger und ehemalige Landtagsabgeordnete Jürgen Schade ans Rednerpult, um einerseits darauf hinzuweisen, dass die Nominierung der Kandidaten mit dem Rückzug von Brigitte Servatius nicht ganz glücklich verlaufen sei und er hoffe, dass dies in Zukunft besser gelingen möge. Thematisch hob er hervor, dass gerade der 2. Bildungsweg ein Anliegen der SPD sein müsse und somit die Einrichtung einer BOS/FOS im Landkreis oberste Priorität haben müsse und somit vom zukünftigen Landtagsabgeordneten erwartet wird, dass er sich dafür einsetzt.

Im Anschluss schritten die Delegierten zur Wahl. Von 39 stimmberechtigten Anwesenden stimmten 37 für Tim Weidner, nur zwei votierten gegen ihn. Tim Weidner nahm die Wahl gerne an.

Somit konnte die Wahl des nächsten Kandidaten erfolgen: Für die Bezirkstagswahl 2013 schlug Stephan Bock Sissi Fuchsenberger aus Berg vor, die bereits 2 Wochen zuvor vom Kreisausschuss einstimmig nominiert wurde.

Die Berger Ortsvereinsvorsitzende stellte ihre Vita kurz vor: 1954 wurde sie in München geboren und ist dort aufgewachsen. Sie studierte Pädagogik, Psychologie und Soziologie in Würzburg und nahm nach einer Tätigkeit als Dozentin an der Beamtenfachhochschule in München und Holzhausen noch ein Sonderschulpädagogik-Studium auf, das sie mit dem Staatsexamen abschloss. Seit 2000 arbeitet sie als Lehrerin an der Schule der Heckscher-Klinik im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie und lebt heute mit ihrem Ehemann in Berg. Ihre vier Kinder sind mittlerweile erwachsen.

Als politisch interessierter Mensch trat sie 1984 noch in München in die SPD ein und engagierte sich auch in ihrem neuen Wohnort in Berg, wo sie 1994-1996 und seit 2008 als Ortsvereinsvorsitzende viele Aktionen angestoßen hat: Neben der Bildung liegen ihr die Felder Politik und Religion sowie Politik und Literatur am Herzen. Großes Engagement zeigte sie im Bereich Soziales, wo sie sich für den Bau des Seniorenzentrums Etztal und des Kindergartens Oberberg einsetzte. Auch für das Thema Umwelt initiierte sie viele Aktionen: die Menschenkette von Aufkirchen nach Berg, eine Informationsfahrt mit den Gemeinderäten in die Energiespargemeinde Furth oder die Veranstaltungen zum Thema „Energie in Bürgerhand/Rekommunalisierung“ und kürzlich zum Jahrestag von Fukushima zum Thema „Wie weit sind wir mit der Energiewenden gekommen?“

Ganz bekannt ist ihre Organisation des jährlichen Bogenschießturniers „Die Roten treffen ins Schwarze“ – dieser Name könnte zum Programm werden …

Kurz schilderte Sissi Fuchsenberger ihren Besuch beim Tag der Offenen Tür im Bezirk Oberbayern, wo sie sich genau über die Tätigkeit der Bezirksräte in der Fraktion erkundigte. Als sie erfuhr, dass von 68 Bezirksräten nur 13 der SPD angehören, beschloss sie, dies zu ändern und selbst zu kandidieren.

Sissis überzeugende Rede belohnten die Delegierten mit einem eindeutigen Votum: Sie erhielt sämtliche 39 Ja-Stimmen.

Abschließend wurden noch die Delegierten für die Wahlkreiskonferenz in Oberbayern gewählt. Hier folgten die anwesenden Stimmberechtigten Stephan Bocks Vorschlag, Tim und Sissi zu wählen sowie Julia Ney, Frank Hauser und Beate Schnorfeil als Ersatzdelegierte. Tim Weidner schlug noch Stephan Bock als weiteren Ersatzdelegierten vor. Gewählt wurden Sissi mit 24 Stimmen, Tim mit 21 Stimmen. Die Ersatzkandidaten erhielten dreimal neun und einmal fünf Stimmen (Frank Hauser).

Nach den unwetterartigen Regengüssen zu Beginn der Stimmkreiskonferenz lachte am Ende die Sonne vom Himmel – wenn das kein Zeichen ist …

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