Einladung zu Lesung und Gespräch mit Irina Scherbakowa, Moskau

Mit „Die Hände meines Vaters“ erzählt die Historikerin und Publizistin Irina Scherbakowa die Geschichte ihrer jüdisch-russischen Familie – von Pogromen über die Oktoberrevolution bis in die Jahre nach der Sowjetunion, es ist eine epische russische Familiengeschichte es ganzen 20. Jahrhunderts.

Irina Scherbakowa stammt aus einer Familie, die alle Schrecknisse des 20. Jahrhunderts miterlebt hat. Und doch empfindet die renommierte russische Publizistin ihre Familiengeschichte als eine glückliche – sind ihre Vorfahren und sie doch immer wieder aller Wahrscheinlichkeit nach davongekommen. Die Autorin gehört zu den Gründern der Menschenrechtsorganisation Memorial, die Stalin-Opfer und deren Angehörige ermutigt, Zeugnis abzulegen, sie kritisiert,dass es in Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion keine Aufarbeitung der Vergangenheit gegeben hat und dass Russland seine Geschichte seit 2000 propagandistisch umschreibt.

Mit der Annexion der Krim war für Scherbakowa klar, dass sich die aufklärerischen und demokratischen Kräfte nicht durchsetzen konnten. „Es fühlte sich so an, als hätte die sehr lange Epoche der Aufklärung in Russland ein vorläufiges Ende gefunden. (…) Unsere Propaganda verhindert Aufklärung, das ist wirklich tragisch“.
Der Abend mit Irina Scherbakowa, deren Forschungsgebiete Oral History, Totalitarismus, Stalinismus, Gulag und sowjetische Speziallager auf deutschem Boden nach 1945 umfassen und immer wieder auch Fragen des kulturellen Gedächtnisses in Russland und der Erinnerungspolitik, ist auch eine Gelegenheit, über politische Entwicklungen im heutigen Russland zu sprechen.

Sonnabend, 13. Oktober 2018, 19 Uhr
Hotel Bayerischer Hof Starnberg, Sissi Stuben
Bahnhofsplatz 10
Eintritt: 8,–/6,–

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