Ende April 1945 wurden zehntausende Häftlinge aus dem KZ Dachau und seinen Außenlagern Richtung Oberland getrieben. An dieser Stelle vor dem Landratsamt, wo seit 1994 das Mahnmal des Bildhauers Hubertus v. Pilgrim an die mehr tot als lebendigen Menschen dieses Todesmarsches erinnern soll, gedachte  Vize-Landrat Tim Weidner an das unvorstellbare Leid und an das ungewisse Schicksal der Opfer. Nur wenige überlebten. Wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte, so Weidner, muss jeder Generation aufs Neue vermittelt werden, gerade angesichts der aktuellen Entwicklungen. Konnten wir uns vorstellen, dass in Deutschland wieder derart rassistische und ausländerfeindliche Parolen gebrüllt werden? Konnten wir uns vorstellen, dass bisher unbescholtene Bürger aus der Mitte der Gesellschaft Kommentare in hingehaltene Mikrofone sprechen, die mit Toleranz und Weltoffenheit gar nichts zu tun haben und uns erschrecken und verstören? Wir dürfen nicht locker lassen in dem Bestreben für Demokratie und Toleranz, so Tim Weidner. Diese Errungenschaften der vergangenen Jahre sind nicht selbstverständlich, sie müssen immer wieder neu erarbeitet und verteidigt werden.
Wie in jedem Jahr wurde die Gedenkfeier von der Starnberger Gruppe des Vereins „Gegen vergessen – für Demokratie e.V.“ organisiert. Dieser Verein, der von Hans-Jochen Vogel mitbegründet wurde und in der ganzen Bundesrepublik aktiv ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, an die Opfer der NS-Vergangenheit  zu erinnern und präventiv im Sinne eines „Nie wieder!“ zu wirken. Im Landkreis Starnberg ist Rainer Hange der Ansprechpartner. Neben Tim Weidner sprachen der Schriftsteller und Berger Bürger Johano Strasser (siehe www.spd-berg.de), Vertreter der Kirchen, der Israelitischen Kultusgemeinde und der Stadt Starnberg. Sehr beeindruckend schilderte Lena, 9.-Klässlerin aus Starnberg, ihre Eindrücke beim Besuch des KZ Dachau. Umrahmt wurde die Gedenkfeier vom Saxophonisten der Musikschule Starnberg, Stefan Komarek.

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