Der ehemaligen Umweltministerin gelang es gut, die globalen Zusammenhänge und die regionalen Auswirkungen des Klimawandels aufzuzeigen. Vor ca. 80 interessierten Bürger/innen beschrieb Hendricks das Zustandekommen und die Ergebnisse von Paris 2015. In fünf Arbeitsbereichen, die in Paris definiert wurden, muss die Produktion von CO2 und anderer klimaschädlicher Gase reduziert werden, um das Ziel, bis 2030 im Temperaturanstieg unter 2 Grad zu bleiben, zu erreichen. Deutschland hat sich zwar auf den Weg gemacht, aber es gibt noch viel zu tun.
Energiewirtschaft: lt. Hendricks sind wir da gut auf dem Weg
Verkehr/Mobilität: Da ist leider noch nichts passiert
Gebäude: Dämmen/Heizen/Kühlen: noch  zu wenig passiert
Landwirtschaft: kaum Erfolge bei der Reduktion klimaschädlicher Gase
Industrielle Produktion: im eigenen Interesse sind Unternehmen tätig geworden.
Das Tagebaurevier in der Lausitz, derzeit in tschechischem  Besitz, muss sozialverträglich abgewickelt werden. Für alle anderen Braunkohlereviere in Deutschland gibt es bereits terminierte Ausstiegsszenarien. Bis 2050 wird CO2 nur noch aus der Landwirtschaft kommen, das Wissen und die Technologie zur Reduktion und zur Verarbeitung von klimaschädlichen Gasen in  allen anderen Bereichen haben wir bereits, so Hendricks.
Das Publikum war ungeduldiger. Einige Fragesteller monierten die Langsamkeit der Prozesse und bezweifelten den guten Willen der Industrie. Jeder Bürger könne bereits jetzt eine Menge tun, so Hendricks, das Gefühl, als einzelner nichts zu bewirken sei verständlich, aber falsch. Dabei setzt sie auf Freiwilligkeit, was nicht jedem Zuhörer einleuchtete. Hendricks lehnt die derzeitig vorgenommene Rodung im Hambacher Forst ab. Die Betreiberfirma sollte die Ergebnisse der Kohlekommission abwarten.
Dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen durch Trump sieht Hendricks gelassen entgegen. Da gäbe es eine Karenzzeit von vier Jahren und im Dezember 2020  würde ein neuer Präsident gewählt.
Der Abend machte auch deutlich, in welchen globalen Zusammenhängen sich Deutschland befindet und welchen Anteil die Industrieländer am Klimawandel haben. Mit unserer Technik und unserem Wissen, auch über die Fehler, die wir gemacht haben, können wir die Schwellenländer und die Entwicklungsländer unterstützen, Wohlstand ohne Raubbau an Natur und Klima zu generieren.

Wenn Wasser kostbar wird und Lebensmittel durch hitzebedingte Ausfälle unerschwinglicher werden, wenn Land verloren geht und Menschen umsiedeln oder fliehen müssen, sind auch die Sozialpolitik und damit ur-sozialdemokratische Themen betroffen.

 

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